Als das Radio noch Luxus war

Der Nikolaus hatte am Dienstag, 6. Dezember, etwas ganz Besonderes im Gepäck: das neue Buch von Reinhard Bogena „Radio – TV – Schallplatte. Erinnerungen an die Nachkriegsjahre“. Zusammen mit dem einhorn-Verlag stellte er am Dienstag das Buch bei Nubert electronic in Schwäbisch Gmünd vor.

 

Die Geschäftsführer Günther Nubert und Roland Spiegler schwelgten angesichts des alten Bildmaterials in Erinnerungen. Aus ihrem „Nuseum“ hatten sie auch manch alten „Bekannten“ in die Ausstellungsräume geholt, den Braun Phonosuper SK 4 zum Beispiel, im Volksmund „Schneewittchensarg“ genannt, eine Designrevolution aus dem Nachlass von Professor Karl Dittert.

Genau das richtige Ambiente

„Das ist das richtige Ambiente, das wir uns gewünscht haben“, freute sich Projektleiter Johannes Paus über den passenden Rahmen. Nubert sei ein „Riesen-Begriff“ in der Szene. Sein Dank galt dem Autor, der tolles Material für dieses Buch zusammengetragen hat und es versteht, die Radiogeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig werden zu lassen.

Das Buch beleuchtet die Medienwelt Deutschlands nach 1945, als das Kofferradio zu den ersten Luxusgütern nach den entbehrungsreichen Jahren des Krieges und Wiederaufbaus gehörte und Straßenfeger wie Raumpatrouille Orion die Flucht aus dem Einheitsgrau der Vorstadtsiedlungen ermöglichten. In den Jahren des Wirtschaftswunders wird die Geschichte von Rundfunk und Fernsehen mit neuer Kraft und großem Elan fortgeschrieben: Der erste eigene Radio, Plattenspieler oder das – buchstäblich vom Munde abgesparte – Tonbandgerät waren zu ihrer Zeit neueste Errungenschaft oder gar eine „Sensation“. Unvergessen ist auch das geheimnisvoll grün leuchtende „Magische Auge“ eines Röhrenradios. Um technische Details geht es jedoch nur am Rande; von Interesse ist vielmehr, welche Rolle Unterhaltungsmedien in der Gesellschaft und im ganz persönlichen Leben spielten.

Dem Essinger Autor Reinhard Bogena ist eine Hommage an die Welt jener Medien gelungen, „die mir manch schöne Stunde beschert haben“, wie er bei der Buchvorstellung verriet. Er erinnert an längst vergangene Zeiten, in denen der Kauf eines Radios etwas ganz Besonderes war: „Das kaufte man nur einmal im Leben“. Für ihn, selbst passionierter Sammler, der zahlreiche Artikel in Sammlermagazinen verfasst hat, ist das schön gestaltete Buch nun das Tüpfelchen auf dem I.

 

Reinhard Bogena, Radio – TV – Schallplatte. Erinnerungen an die Nachkriegsjahre, einhorn-Verlag 2016, 112 Seiten, fester Einband, gebunden, 17,80 Euro.

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